Ausstellung “Donne & Mafie” (Frauen und Mafia)

Die Mafia (bzw. die „Mafie“ in der Mehrzahl, im Hinblick auf die verschiedenen Formen der organisierten Kriminalität) wird oft als rein männliches Phänomen wahrgenommen. Und männlich sind auch die prominentesten Vertreter des Kampfes gegen den Kraken. Die Schicksale von Frauen, deren Leben durch die Mafia geprägt wurde, bleiben oft verborgen und unbekannt.

Die Ausstellung Donne & Mafie möchte diesen Frauen– ob Mafiaopfern, Angehörigen, Gegnerinnen der organisierten Kriminalität oder gar selbst Mitgliedern von Mafiaclans – ein Gesicht geben, indem sie über ihr Leben berichtet und dadurch verschiedene Wege azeigt,  wie sich aus Schmerz, Resignation oder gar Mittäterschaft Widerstand und Zivilcourage entwickeln können.

Die Botschaft, die aus diesen Schicksalen spricht, ist nicht nur südlich der Alpen von Bedeutung: Denn der Kampf gegen die organisierte Kriminalität bzw. gegen mafiose Strukturen in allen Bereichen des Lebens ist keineswegs nur eine italienische Angelegenheit.

Die Ausstellung wurde vom der Frankfurter Frauenorganisation Coordinamento Donne italiane di Francoforte geschaffen, Der CCI hat sie in Zusammenarbeit mit dem Kommunales Kino e.V. vom 29.10. bis zum 24.11.2013 in der Galerie im Alten Wiehrebahnhof präsentiert.

Die Vernissage fand am 29.10.2013 mit einem Grußwort vom italienischen Konsul Dott. Filippo Romano statt. Um  19.30 wurde der berühmte Film „I cento passi“ von Marco Tullio Giordana gezeigt – mit einer Einführung von Dr. Francesco Azzarello, Universität Freiburg.

Bei der Finissage am 22.11.2013 wurden zwei Dokumentarfilme zum Thema Mafia gezeigt: „La notte di Maria“ und „Adieu“ von Alberto Castiglione. Der aus Palermo stammende, mehrfach ausgezeichnete Regisseur war anwesend und nahm sich viel Zeit, nach der Vorstellung die Fragen des zahlreichen, hochinteressierten Publikums zu beantworten.